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Bike Leasing einfach erklärt

Der normale oder zumindest besser bekannte Weg an ein neues Rennrad zu kommen ist sicherlich der beim lokalen Händler oder im Internet eines zu kaufen. Hab ich so die letzten Jahre auch gemacht, bis ich die Chance nutzte über meinen Arbeitgeber ein neues Bike zu leasen!

Hier möchte ich euch vorstellen wie Bike Leasing geht, wo die Vor- und Nachteile liegen ein Fahrrad zu leasen und welche Tipps ich euch dazu geben kann.

Wie funktioniert Bike Leasing?

Leasing ist kurz gesagt eine Art der Finanzierung bei dem der Leasinggeber ein Objekt (in unserem Fall ein Fahrrad) beschafft, finanziert und dem Leasingnehmer (also uns) gegen ein Entgelt zur Nutzung überlässt (Wikipedia Leasing). Nach einer definierten Laufzeit endet das Leasing und man kann das Objekt entweder zurückgeben oder (meist) auch zum Restwert übernehmen. Das ist Leasing im Allgemeinen, gilt aber so auch für das Bike Leasing im Speziellen.

Geld sparen beim Fahrrad leasen

Prinzipiell kann dabei jeder ein Fahrrad leasen, vorausgesetzt er findet einen Leasinganbieter. Sucht einfach mal im Internet und ihr werdet hier duzende Seiten finden. Hat man einen passenden gefunden (sind eigentlich alle sehr ähnlich) braucht man lediglich noch ein Fahrradgeschäft, welches mit diesem zusammenarbeitet oder gleich Fahrrad Leasing anbietet. Dann sucht man sich -wie sollte es anders sein- noch sein Rad raus, Leasingvertrag abschließen und schon hat man ein neues Bike und zahlt ab sofort monatlich „nur“ noch Leasingraten dafür.

Soweit so gut könnte man denken, eben ein anderer Weg der Finanzierung. Aber richtig interessant wird das alles erst, wenn man das Bike Leasing über seinen Arbeitgeber machen kann. Hier beteiligt sich dieser nämlich im Zweifelsfall am Leasing und zahlt einen Teil der Rate. Das bedeutet also, der monatliche Betrag verringert sich und man zahlt effektiv über die Laufzeit weniger am Rad als es tatsächlich kosten würde! Platt ausgedrückt: Man spart also!

Welche Vor- und Nachteile bringt Fahrrad Leasing?

Vorteile des Bike Leasing

  • Finanzieller Vorteil: Wie erwähnt macht Bike Leasing am meisten Sinn über den Arbeitgeber. Hier spart man zum einen den Arbeitgeber-Anteil, der einige Prozente ausmachen kann. Zum anderen wird der Leasingbetrag auf Basis des Bruttoeinkommens berechnet und bezahlt, so dass der AG-Anteil effektiv ebenfalls höher ist. Je nach Einkommen und Arbeitgeber-Anteil kann man 20, 30, 40 oder mehr Prozent sparen. Durch die Brutto-Berechnung spart man darüber hinaus auch noch Steuern.
  • Wartung & Verschleißteile: Ähnlich wie beim Auto-Leasing bieten die meisten Leasinggeber Wartung und Verschleißteile inklusive an. Das bedeutet, dass man das Bike über die gesamte Laufzeit zum Händler bringen kann und dieser sämtliche verschlissenen Komponenten ersetzt. Darunter fallen z.B. Bremsen, kompletter Antrieb und Mäntel bis hin zum Lenkerband und den Laufrädern. Das lohnt sich gerade als ambitionierter Rennradler mit 5.000-10.000 Jahreskilometern. Die Wartung & Verschleißteile sind dabei nicht im Kaufbetrag eingerechnet und man erhält sie kostenfrei dazu!
  • Versicherungsschutz: Je nach Vertrag und Wert des Rades wird eine Fahrradversicherung im Leasingvertrag abgeschlossen, die sämtliche Fälle von Sturzschäden bis Komplettverlust durch Diebstahl abdeckt. Diese Versicherung ist im Zweifelsfall ebenfalls im Leasingvertrag enthalten!
  • Fahrrad-Übernahme oder Neu-Fahrrad: Meistens kann man am Ende der Laufzeit das Rennrad zum aktuellen Gebrauchswert übernehmen. Dieser liegt bei einem Bruchteil des eigentlichen Neupreises und lässt man das Rad zum Ende des Vertrages nochmal „generalüberholen“ (also sämtliches Verschleißteile ersetzen), so erhält man eigentlich ein nahezu neues Rad. Dieses kann man entweder weiterfahren oder zu einem Top-Preis verkaufen.
    Alternativ kann man das Rennrad auch an den Leasinggeber zurückgeben und sich einfach ein neues aktuelles Modell holen und dieses wieder leasen. Das Spiel beginnt von neuem.
  • Nutzungsunabhängigkeit: Anders als beim Autoleasing ist das Bike Leasing unabhängig der Nutzungsintensität. Das heißt, es gibt weder eine maximale Jahreslaufleistung in Kilometern (wie soll diese auch gemessen werden) noch die Trennung zwischen privater und gewerblicher Nutzung. Theoretisch kann man sich also ein Bike leasen, das dann ausschließlich die Partnerin nutzt.

Nachteile des Bike Leasing

  • Vertragsbindung: Ein Leasingvertrag über den Arbeitgeber ist ein Vertrag und bindet einen Arbeitnehmer gewissermaßen auch an die Firma. Verlässt man diese so muss man entweder sein Fahrrad zurückgeben, der zukünftige Arbeitgeber muss den Vertrag übernehmen (nicht immer gegeben) oder man muss diesen selbst tragen. Alles nicht ganz einfach und letztlich je nachdem auch finanziell auf einmal deutlich teurer.
  • Traumbike vs. Rennrad von der Stange: Hat man alle Voraussetzungen für Fahrrad Leasing erfüllt möchte man natürlich auch ein entsprechendes Rad fahren. Die Kombination aus Leasinggeber und Partner-Händler macht es jedoch unter Umständen nicht immer einfach auch das Traumrad zu bekommen. Der Händler muss genau das Rad oder die Marke haben ansonsten muss man nehmen was da ist.

Welche Tipps gibt es zum Bike Leasing?

Fahrrad Leasing lohnt sich eigentlich für jeden, wenn die Vorraussetzungen erfüllt sind und man die möglichen Nachteile aktzeptiert. Ich persönlich kann für mich sagen, ich kann es zu 100% empfehlen! Welche Tipps habe ich jedoch noch für euch?

  • Berechnung Leasingrate: Auch wenn alle Leasinganbieter (online) einen Rechner anbieten, der mittels Bruttoeinkommen, Kaufpreis, Steuerklasse usw. die monatliche Leasingrate berechnet, kann es dennoch besonders bei Custome Bikes tricky sein. Lasst euch daher erst den vollständigen Kaufpreis berechnen und klärt dann die Rate am Besten mit eurer Lohnbuchhaltung ab. Die wissen am Besten was ihr verdient und welche Kosten wer dann trägt.
  • Listenpreis vs. Kaufpreis: Die Leasingrate wird immer auf Basis des Listenpreises und nicht des ausgeschriebenen Kaufpreises beim Händler berechnet. Das bedeutet, ein reduziertes Rennrad aus der Vorsaison bringt hier nichts, da ihr den Preis zahlt den das Rad bei Erscheinungsdatum gekostet hat. Daher sucht euch ein aktuelles Modell raus und berechnet die Leasingrate auf dem Listenpreis.
  • Vertragslaufzeit: Wer sich jedes Jahr ein neues Bike rauslässt wird mit dem Leasing eines Rennrads wohl nur bedingt glücklich. Drei Jahre Vertragslaufzeit binden dich sowohl an den Vertrag als auch an das Bike. Vorher aussteigen ist wenig sinnvoll da teuer und insofern prüfe wer sich 3 Jahre bindet.

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3 Kommentare

  1. Benny

    Ein ganz toller Artikel mit einer sehr guten Erklärung. Ich wusste bis dato garnicht, dass Leasing in diesem Bereich überhaupt möglich ist. So kann man ja doch immer mal wieder etwas neues lernen.

    • pixelpillar

      Hallo Benny, danke Dir für Dein Feedback. Wenn Du noch mehr Details brauchst, dann melde Dich gerne!

  2. Mein Arbeitgeber hat in diesem Jahr ebenfalls ein solches Leasing angeboten. Ich habe es genutzt und mir ein Rennrad gekauft und damit nun endlich (mit 40 Jahren) einen Sport gefunden, der mich glücklich macht. Dieses Leasing ist eine tolle Sache, ich hätte wohl sonst nie mit dem Rennradfahren angefangen.

    Hätte ich vorher gewusst, dass ich so enthusiastisch dabei werde, hätte ich mich sogar für ein höherwertigeres Modell entschieden. Jetzt muss ich das Rad halt weiter nutzen. Aber das ist okay.

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